Gründelhardt
Die Arme weit
ausgebreitet stürzt Christoph Sonntag auf die Bühne und
schaut sich erst mal um, wer da alles „reich und schön“ werden
will. In der randvollen Frankenhalle hat ihm schon eine große
Fangemeinde entgegengefiebert, die nun gut zwei Stunden lang wohlig vor
sich hin glucksen wird. Und wenn mal jemand etwas zeitversetzt lacht,
höhnt Sonntag: „Hosch dr Witz ersch jetzt kapiert?“
Mit Kabarettistenhandwerk vom alten Schlag macht er sich warm,
zieht Politiker durch den Kakao, jene Spezies, die auch im richtigen
Leben bisweilen für Lachnummern sorgen.
„Stuttgart 21“, den Hauptbahnhof unter die
Erde zu bringen bezeichnet er als die „die kleine Lösung“ und
behauptet von Erwin Teufel, er wolle sich damit ein Denkmal setzen.
„Was soll der auch sonst machen bei dem Namen!“ Dass beim Ausleben
seiner komödiantischen Obsessionen hin und wieder die Sprünge
allzu groß geraten, wie beim streng gläubigen Magenkarzinom
drückt den humoristischen Kurswert des Programms nur wenig. Eine
Sonntag-Aktie wäre ein verlässlicher Wert.
Genüsslich, mit diabolischem Grinsen, verlässt er
immer wieder die Bühne und geht auf Pirsch nach unfreiwilligen
Mitmachern. Ein klingelndes Handy ist ein gefundenes Fressen. Peinliche
Verzweiflung, wie geht das Ding am schnellsten aus! Doch der Profi ist
schon da: „Hosch´s erscht zu Weihnachta kriagt?“
Sonntag, der einen Money Coach mimt, ist
endlich mal ein
Motivationstrainer, der sein Geld wert ist. Sein Programm „Reich und
schön an einem Abend“ kostet deutlich weniger als ein
Seminar beim Money Coach wenn auch der Drei-G-Tipp des Gurus (Gang weg,
guck weg, gib nix) bei überzeugten Schwaben bereits bekannt ist.
Richtig reich geworden ist an diesem Abend keiner, doch nach dem
Programm des Waiblingers gabs nur noch schöne, entspannte
Gesichter.
Fazit: ein Motivationstrainer wie Christoph Sonntag tut
einfach nur gut!
pn
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