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Lieder auf Jiddisch
Erdmute Schlusnus und Barry
Cohen bei der Kultur- OHG
Der
Funke sprang über. Erdmute Schlusnus und Barry Cohen boten dem
erwartungsvollen Publikum in der Oberspeltacher Kirche einen Abend mit
herzerfrischendem Humor, interessanten Geschichtchen, aber auch
nachdenklichen und zeitkritischen Aspekten. Mit ihren "Liedern auf
Jiddisch" vermittelten sie den Gästen der Kultur- OHG Frankenhardt
einen authentischen Geschmack der "jiddischen Neschome", der
jüdischen Seele.
Warmherzig, witzig, charmant und
verständlich erzählten die Künstler, was sie dann
sangen, spielten und tanzten. Erdmute Schlusnus vermittelte engagiert
und einfühlsam mit Stimme, Mimik, Gestik und Tanzschritten die
verschiedensten Schattierungen menschlicher Gefühle, in der
unverwechselbaren jiddischen Sprache, virtuos begleitet von ihrem
Partner Barry Cohen auf der Akustikgitarre. Eingängige,
schwungvolle Melodien animierten die Zuhörer zum Mitmachen.
Begeistert ließ sich das Publikum mitnehmen. "Zwecks der
Heiterkeit" sollte bei der gar traurigen Geschichte von "Trau nich Samt
und Saide" der Refrain mitgesungen werden. Ganz schön schwer, wenn
es um den Freitod der Betrogen geht.
Deftige Ausdrücke und gefühlvolle
Beschreibungen und hintergründiger Humor machten den Reiz aus bei
den Liedern über die Habgier der Menschen und den Zustand der Welt
im Allgemeinen: "Wer darf einreißen die Welt?" Friedenssehnsucht
hatte ebenfalls ihren Platz und vor allem die kleinen Lebensweisheiten
wie "Hosti, gisti, bisti" (in etwa: "Hast du was, dann bist du was").
Barry Cohen und Erdmute Schlusnus schufen in
der schönen Akustik der Oberspeltacher Martinskirche mit ihrer
charmanten Nähe zum Publikum eine fröhlich, besinnliche
Atmosphäre. Ihr Schlusslied, vor den Zugaben natürlich, gab
den Zuhörern noch d i e Grundweisheit mit auf den Heimweg ,
nämlich "Lach un sai freylach".
Ein gelungener Abend der Kultur - OHG, eine
neue Facette im Veranstaltungsreigen der Frankenhardter Kulturszene.
Ernst Zinke
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