| KONZERT / „Harmonic Brass“ begeistert
Zuhörer
Virtuosen mit Humor
Blechbläserensemble aus München
spielt auf höchstem
Niveau
Das Konzert der„Harmonic Brass“ aus München war
für die
Frankenhardter „Kultur O.H.G.“ eine gelungene Auftaktveranstaltung. Das
Programm, „Von Bach bis Bernstein“, gab einen tiefen Einblick in die
Vielseitigkeit
der Musiker. Über deren Professionalität und Können
braucht
man hier eigentlich gar keine Worte zu verlieren. Die 280 Augen- und
Ohrenzeugen
können dies gewiß begeistert bestätigen.
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| HONHARDT Bei den Worten „Kultur“ und
„Blechblasinstrumente“
beschleicht doch so manchen von Rock- und Popmusik „verwöhnten“
Zeitgenossen
eine gewisse ablehnende Haltung. Doch schon der Einzug der fünf
Musiker
mit einem Rondo in die Sandberghalle weckte Sympathien für die
Herren
im schwarzen Frack. Die Musiker eröffneten ihr Programm mit dem
„Einzug
der Königin von Saba“ von G. F. Händel, danach kamen drei
Choralbearbeitungen
von Johann Sebastian Bach. Beide Beiträge waren von Hans Zellner
(Trompete)
bearbeitet, dessen musikalischer Werdegang vom zweiten Trompeter
Jürgen
Gröblehner gekonnt und humorvoll vorgestellt wurde. Mit dem
„Präludium,
Fuge und Ciacona“ von D. Buxtehude verließen die Musiker die
Klassik
und näherten sich auf der musikalischen Reise dem 20. Jahrhundert.
Das Traditional „Go Tell It On The Mountain“ begann getragen, wurde
dann
aber immer jazziger und die Freude am Musizieren war den einzelnen
Solisten
deutlich anzumerken.
Der
folgende Beitrag war nicht vorgesehen und wurde kurzfristig ins
Programm
aufgenommen: Den Musikern war zu Ohren gekommen, dass sich im Saal zwei
Geburtstagskinder befanden. Kurz entschlossen gaben sie eine gekonnte
a-Capella-Version
von „Happy Birthday“ zum Besten. Vor der Pause, und schon bei Bernstein
angekommen, wurden aus „West Side Story“ die bekannten Titel „Maria“,
„America“,
„I feel Pretty“ und „Somewhere“ gespielt. Nachdem sich in der Pause
Publikum
und Musiker gestärkt hatten, bliesen die „Harmonic Brass“ mit
einer
Fanfare zum zweiten Teil des Abends. Bei Telemanns „Concerto D-Dur“
für
Horn und Streicher wurden letztere durch Trompeten, Posaune und Tuba
ersetzt
und Andreas Binder konnte sich auf seinem Horn brillant in Szene
setzen.
Nachdem die Solisten Musikalität und Können
demonstriert hatten,
kam der Humor der einzelnen Musiker immer mehr zum Vorschein. Gesten,
Blicke,
Gesichtsausdruck und vor allem die Vorstellung der einzelnen Musiker
sorgten
beim Publikum für Erheiterung und gute Unterhaltung. Bei Gershwins
„A Foggy Day“ befand sich der Trompeter im Publikum, bei dem
Ragtime-Stück
„Miss Trombone“ demonstrierte Hannes Mück, wie man mit der Posaune
einen „hautnahen“ Publikumskontakt herstellen kann.
Das
Programmende war mit „Comedian Brass“ erreicht, einem beliebten
Potpourri
aus beliebten Melodien der „Comedian Harmonists“. Den schmachtenden
Blick
des Posaunisten bei „Ich brech´ die Herzen der stolzesten Frauen“
werden nicht nur die weiblichen Zuschauer in Erinnerung behalten. Bei
den
Zugaben durfte der Mann an der Tuba, Manfred Häberlein, seine
Qualitäten
nochmals deutlich darstellen. Eine „Referenz an Oberbayern“ bildete den
humoristischen Schlusspunkt und als nach donnerndem Applaus die
fünf
Musiker der „Harmonic Brass“ aus dem Saal zogen, war das Publikum nicht
mehr auf den Stühlen zu halten. „Standing ovations“, der Traum
eines
jeden Künstlers, waren der Lohn für einen gelungenen Auftritt
und der Höhepunkt eines unterhaltsamen Abends auf höchstem
Niveau.
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