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MUSIKKABARETT "Die
Fräuleins" in Honhardt
Liebe, Sünde und Männer
Eine musikalische Reise bot die Kultur O.H.G.
Frankenhardt an. Mit den
"Fräuleins" aus Würzburg ging es "von wegen der Männer"
zurück in die 20ger bis 40ger Jahre.
Plappernd und Täschchen schwingend kamen
sie auf die Bühne, oder besser: in ein Eheanbahnungsinstitut und
mussten vom Heiratsvermittler, "Herr Waldemar" etwas beruhigt werden.
Der hatte erst seine liebe Not mit Fräuleins Rose, Frieda und
Else, war aber bald ihrem Charme und ihrer Finesse erlegen. Sie suchen
nach dem "schönen Sigismund" und anderen Gigolos und "wenn ein
Junger Mann kommt", wissen sie, was zu tun ist. Als der besungene
"Waldemar" jedoch sein Glück versuchte, konterten sie mit"Du bist
als Kind wohl zu heiß bebadet worden".
Anja Gutgesell, Edeltraud Rupek und Marion
Neuendorf sind drei am Würzburger Konservatorium ausgebildete
Sängerinnen, die ihr Hand-, Mund- und Fußwerk in allen
Facetten beherrschen. Zusammen mit ihrem Pianisten Albrecht Rettner
bilden sie vier unverwechselbare Charaktere. Jede Pointe wird bis ins
letzte Detail ausgeschöpft und wirkungssicher über die Rampe
gebracht und das ohne eine Sekunde Leerlauf, mit einem atemberaubenden
Tempo. Kostümiert als Stadtgören der 20er Jahre, lässt
man sich als Zuschauer gern von ihnen in ferne Zeiten mitnehmen, in
denen man noch "keine Millionen zum Glück brauchte", "nur nicht
aus Liebe weinen" sollte und Charleston tanzte.
Ausgerüstet
mit Strandliegen, Sonnenhüten und Badeschuhen ging´s im
Kurhotel weiter. Es war "Wochenend und Sonneschein" und die drei
suchten "irgendwo auf der Welt ein kleines bisschen Glück". Das
Selbstbewusstsein der Damen war enorm:"Ich verschenkt mein Herz nur
dann, wenn ich in Stimmung bin". So dachten sie an "eine Nacht voller
Seligkeit" und beantworteten die Frage aller Fragen: "Kann denn Liebe
Sünde sein?"
Den Fräuleins ist es gelungen, das
optimistische Lebensgefühl einer längst vergangenen Zeit in
eindrucksvoller Weise auf die Honhardter Bühne zu bringen. Lang
anhaltender Beifall zeigte dem Ensemble, dass es mit seiner Mischung
aus Schlagern, Situationskomik, originalgetreuen Kostümen und
pfiffigen Choreographien den Zuschauern einen vergnüglichen Abend
geboten hatte.
Peter Noack
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